Quartiersmanager (m/w/d) gesucht

Auf Augenhöhe e. V. sucht in Zusammenarbeit mit der Stadt Leimen einen Quartiersmanager in Vollzeit. Das Quartiersmanagement kümmert sich vor Ort um die Unterstützung und Weiterentwicklung von Netzwerken, Initiativen und Projekten auf Quartiersebene und die Förderung der Bürgerbeteiligung.

Wir sind ein Sozialverein, Träger der Tafel und der Kleiderstube und sind neben anderen Sozialthemen auch für Integration in der Stadt zuständig.

Ihre Aufgaben sind:

  • Datenanalyse: Sozialraumanalyse, erfassen von Lücken und Ressourcen in einem Quartier
  • Netzwerkarbeit: lokale Verantwortungsgemeinschaften bilden, Austausch der Akteure fördern
  • Bürgeraktivierung: Anlaufstelle im Quartier, Bürgersprechstunden
  • Informations- und Öffentlichkeitsarbeit: Transparenz zwischen Bürgern und Verwaltung fördern
  • Gesamtsteuerung der Quartiersarbeit

Ihr Profil:

  • Abgeschlossene Ausbildung oder Studium im Bereich Geographie – Fachrichtung Humangeographie / Soziale Arbeit / Kultur- oder Sozialwissenschaften sowie ähnliche Qualifikationen
  • Im Idealfall bringen Sie bereits Erfahrungen im Quartiersmanagement mit
  • Erfahrungen in den Methoden der Bewohneraktivierung und -beteiligung
  • Sehr gute EDV-Kenntnisse in den gängigen Windows-Office-Programmen
  • Kommunikationsstärke und sichere Präsentationsfähigkeiten
  • Fähigkeit zur Teamarbeit und zum selbstständigen Arbeiten
  • Sozialkompetenz und interkulturelle Kompetenzen
  • Flexibilität in Bezug auf die Arbeitszeiten

Unser Angebot:

  • Diese neugeschaffene, interessante, verantwortungsvolle und vielseitige Stelle birgt viel Gestaltungsspielraum
  • Vollzeitstelle mit 39 Wochenstunden
  • Befristung auf 5 Jahre mit Beginn zum 01.12.2020
  • Vergütung in Anlehnung an TVöD entsprechend Ihrer Qualifikation
Ihre aussagekräftige Bewerbung
richten Sie bitte bis 20.10.2020 an gs@aufaugenhoehe-leimen.de. Rückfragen bitte nur schriftlich an die gleiche E-Mail-Adresse.

Download des Stellenangebots

Quartiersmanager Hintergrund

Im Rahmen des vom Land BW geförderten und der Führungsakademie begleiteten Projekts „Integration durch Bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft“ wurde die Frage erläutert, wie ein besseres Zusammenleben aller Leimener geschaffen werden kann. Unter vielen anderen Vorschlägen, kristallisierte sich hierbei die Wichtigkeit des eigenen Wohnumfeldes – des Quartiers heraus. In diesem Zusammenhang bildete sich sogar eine Gruppe bürgerschaftlich Engagierter unter dem Titel „Schöner Leben in unserem Viertel“. Die Wichtigkeit eines Quartiers wurde erkannt, aber ebenso, dass dies durch BE allein nicht zu stemmen ist und somit all die Ideen und Initiativen, die aus der Bürgerschaft kommen hauptamtlich begleitet werden müssen. Aus den Ergebnissen heraus, wurde zusammen mit den RNK ein Projekt im November 2019 begonnen, das den Aufbau einer Begegnungsstätte beinhaltet. Das Projekt wird gefördert vom Landesprogramm Quartier 2020 und ist ein Sonderprogramm über den Landkreistag BW. Die Begegnungsstätte befindet sich im Leimen Mitte, zentral gelegen, barrierefrei und gut erreichbar. Es ist angedacht hier einen offenen Treff zu etablieren, aber auch feste Angebote, wie z.B. über das Stärkeprogramm, feste Themenabende, usw. Leider musste dieses Projekt auf Grund von Corona eingestellt werden. Wir hoffen aber es im Frühjahr mit neuem Konzept wieder anzugehen.

Die Verwaltung hat die Notwendigkeit einer kleinräumigeren Betrachtungsweise erkannt, demographischer Wandel, Zuzug von Menschen vieler unterschiedlicher Kulturen, aufbrechende Familienstrukturen, vermehrt Singlehaushalte, Digitalisierung sind nur ein paar der Herausforderungen, die sich auf das Lebensumfeld und damit auch auf die Kommune auswirken. Um die Lebensqualität ihrer Bürgerschaft zu erhalten bzw. zu erhöhen, ist die Quartiersentwicklung ein wichtiger Faktor.

Auf Grund dieser Entwicklungen in den letzten Jahren wird die Schaffung der Stelle eines Quartiersmanager von Seiten der Stadtverwaltung, des Gemeinderates und der Bürgerschaft gewünscht. Durch eine Förderung des Landes über nichtinvestive Städtebauförderung, wurde die Möglichkeit geschaffen, diese Stelle bei unserem Verein anzusiedeln.

Stelle Quartiersmanager

  • Eines der Grundprinzipien von Quartierskonzepten ist ihr Sozialraumbezug: Es geht um die bedarfsgerechte Gestaltung der sozialen Nahräume, mit denen sich die Menschen identifizieren – ihr Dorf, ihre Gemeinde, ihr Stadtteil, ihre Siedlung, ihr Quartier. Der Bezug auf die überschaubaren sozialen Nahräume erfordert eine kleinteilige Betrachtungsweise und eine möglichst dezentrale, mobile und kleinteilige Weiterentwicklung der Wohn- und Versorgungsstrukturen für die Bedarfe der Menschen, die in diesen Quartieren leben.
  • Eine Quartiersentwicklung nimmt die Bedarfe der Menschen in den Blick und zielt auf eine ganzheitliche bedarfsgerechte Weiterentwicklung aller Lebensfelder. Dabei geht es um die Schaffung bedarfsgerechter Wohnangebote, einer tragenden sozialen Infrastruktur einschließlich eines wertschätzenden gesellschaftlichen Umfeldes, einer ortsnahen Beratung und Begleitung und einer bedarfsgerechten Weiterentwicklung der Unterstützungsleistungen.
  • Eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung erfordert die Beteiligung vieler Akteure (z. B. Bürger, bürgerschaftliche Initiativen, Vereine, private Dienstleister, Einzelhandel, Kirchengemeinden, Wohlfahrtspflege, Wohnungswirtschaft, Kommune usw.). Die Kooperation und Vernetzung der örtlichen Akteure, die Partizipation der Quartiersbewohner und damit das Entstehen „lokaler Verantwortungsgemeinschaften“, die gemeinsam den sozialen Nahraum in einem Quartier gestalten, sind daher weitere Grundprinzipien der Quartiersarbeit.

Aufgaben

Dem Quartiersmanager obliegt die Gesamtsteuerung der Quartiersentwicklungs­tätigkeiten vor Ort im jeweiligen Quartier. Zu seinen Aufgaben gehören:

Datenanalysen

  • Sammlung und Aufbereitung sozialräumlicher Daten
  • Erfassung der Lücken und Ressourcen in einem Quartier zu den Handlungsfeldern Wohnen, Wohnumfeld, soziale Infrastruktur, Beratungsstruktur, Alltagshilfen, gesundheitliche und pflegerische Infrastruktur
  • Erstellung einer Sozialraumanalyse für das Quartier bzw. ggf. Erstellung eines Stadtentwicklungskonzeptes, das als Arbeitsgrundlage genutzt werden kann und regelmäßig fortgeschrieben wird
  • Ermittlung möglicher Netzwerkpartner im Quartier

Netzwerkarbeit

  • Überzeugung der Akteure, die gesamte Quartiersentwicklung vor Ort in einem Netzwerk als „lokale Verantwortungsgemeinschaft“ gemeinsam zu gestalten
  • Schaffung einer Plattform zum direkten Austausch der Akteure
  • Koordinierung und Moderation der Treffen der Akteure
  • Steuerung der Leitbildentwicklung für das Quartier mit den örtlichen Akteuren

Bürgeraktivierung

  • Information der Bürger
  • Aktivierung der Bürgerschaft, sich an der Quartiersentwicklung zu beteiligen
  • Konkrete Anlaufstelle für die Bewohner im Quartier: bei Fragen, zur Meldung von Problemen und zur Umsetzung eigener Projekte der Bewohner

Informations- und Öffentlichkeitsarbeit

  • Vermittlung der Bedarfe und Probleme der Akteure und Bewohner im Quartier an Verwaltung und Kommunalpolitik sowie umgekehrt
  • Information der Öffentlichkeit über den Fortgang der Quartiersentwicklung und Vertretung nach außen

Gesamtsteuerung der Quartiersarbeit

  • Gesamtsteuerung und Kontrolle aller einzelnen Quartiersentwicklungs-maßnahmen in Abstimmung mit den (freiwillig engagierten und professionellen) Maßnahmenentwicklern
  • Gesamtsteuerung der Finanzmittel für die Quartiersentwicklung im konkreten Quartier
  • Verwaltende Aufgaben (Berichterstattung und Dokumentation, Evaluation und Monitoring)
  • Enge Zusammenarbeit mit den relevanten Stellen in der Verwaltung

Kompetenzen

Fachliche Qualifikation

  • Fähigkeiten Projektmanagement / -steuerung
  • Kenntnisse der Stadtplanung und Gemeinwesenarbeit
  • Fähigkeiten für die Vernetzungsarbeit und Koordinierung, Moderations- und Mediationserfahrung
  • Kenntnisse im Bereich von Bürgerbeteiligungsverfahren
  • Fähigkeiten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit (Presse, Social Media, Marketing)
  • Erfahrungen im Bereich der Konzeptentwicklung

Persönliche Kompetenzen / Charaktereigenschaften

  • Fähigkeit zum strategischen Vorgehen, Selbstorganisation, Ressourcenverantwortung
  • Gutes Standing gegenüber den anderen Akteuren, Durchsetzungsvermögen, Überzeugungsfähigkeit
  • Geduld, Flexibilität, Offenheit, Begeisterungsfähigkeit, visionär, ganzheitlich, politisches Bewusstsein, hohe Frustrationstoleranz, Mut, Konfliktlösungsorientierung
  • Fähigkeit für Beziehungsarbeit; Kommunikationskompetenzen; Kompetenzen für Beratung; Empathie und Flexibilität
  • Interkulturelle Kompetenz, Integrationsfähigkeit
  • Flexibilität in Bezug auf Arbeitszeiten